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Naturprodukte aus Österreich

Heilsames aus Fichte (Picea abies)

Fichten

Die Fichte sticht die Tanne nicht

so merkt man sich ganz leicht den Unterschied der beiden Nadelbäume. Außerdem unterscheidet sich die Fichte von der Tanne durch die Wuchsform der Zapfen. Bei der Fichte hängen die Zapfen herab, bei der Tanne stehen sie aufrecht.

Die Volksheilkunde kennt viele Anwendungen in denen die Fichte, ebenso wie die Tanne, ihre wohltuende Wirkung entfalten kann. Das Fichtenharz, die Zapfen und die Nadeln haben in der Räucherheilkunde lange Tradition. Speziell das Harz (Pech) wurde immer schon zur Desinfektion und energetischen Reinigung von Räumen eingesetzt.

Zu den wichtigsten Inhaltsstoffen der Fichte gehören Terpentinöl (im Harz), ätherische Öle (die auch in der Aromatherapie Anwendung finden), Gerbstoffe, Ameisensäure und Zucker. Allgemein betrachtet, wirkt die Fichte durchblutend, hustenstillend, schleimlösend, entzündungshemmend und entschlackend! Nadelpulver in kleinen Mengen in unsere Speisen integriert stärkt unser Immunsystem.

Am bekanntesten sind die jungen Fichtenspitzen. Die aromatischen Wipferl treiben im Mai aus und werden gepflückt wenn sie 1cm bis höchsten 2cm groß sind. Ihr Geschmack ist zitronenähnlich, etwas herb und ein wenig harzig. Sie enthalten besonders viel Vitamin C, ätherische Öle und Flavonoide (Pflanzenfarbstoffe) und wirken entspannend, beruhigend und schleimlösend.

Fünf verschiedene Anwendungen für junge Triebspitzen

  1. Fichtennadel Henig“ schon unsere Großmütter haben ihn gemacht. Der dickflüssige Sirup aus Maiwipferl, Wasser, Zucker und Zitrone, wird wie Honig verwendet. Der Name „Honig“ ist jedoch geschützt und nur den Bienen vorbehalten, deshalb habe ich ihn nicht „Honig“ sondern wie wir im Pinzgau sagen „Henig“ genannt.
  2. Fichtennadelsalz – Fichtenspitzen und Natursalz werden gemixt und dann getrocknet. Das Salz passt gut in Salate, Aufstriche und zu Fisch
  3. Fichtennadelzucker – Fichtenspitzen werden mit Zucker gemixt und getrocknet. Herrlich zum Süßen von Dessert oder Hustentees.
  4. Fichtenspitzen getrocknet – für Hustenteemischungen
  5. Fichtenwipfel Sirup – Hustensaft mit brauen Zucker

Fichtennadelsirup

Der Fichtenwipfel-Sirup aus den jungen, hellgrünen Triebspitzen ist seit vielen Generationen ein bewährtes Hausmittel bei Husten und Erkältungskrankheiten. Ganz besonders gut schmeckt es den Kindern. Es wirkt schleimlösend, enthält zudem Vitamin C und mit seiner antiseptischen Wirkung stärkt es auch das Immunsystem und lässt uns wieder zu Kräften kommen. Das Gute daran: Die Zubereitung ist denkbar einfach!!!

Zutaten:

  • 300 Gramm Fichtenwipfel (junge, helle Triebe)
  • 600 Gramm Rohrzucker
  • Frische Thymianzweige (optional)
  • Großes verschließbares Rexglas

Zubereitung:
Diese Zutaten werden abwechselnd in das Rexglas geschichtet, wobei man mit den Wipferln beginnt und mit einer Zuckerschicht endet. Generell soll die Wipferlschicht etwa doppelt so dick sein wie die Zuckerschicht. Das Glas an einem sonnigen Ort drei bis vier Wochen stehen lassen, dann abseihen und in sauberen Gläsern abfüllen. An einem kühlen dunklen Ort aufbewahrt, hält dieser Sirup etwa ein Jahr.

Dosierung bei Husten und Erkältung:
3 x täglich ein Kaffeelöffel vor oder nach dem Essen.

Mein Spezialtipp:
Besonders wohlschmeckend ist ein Aufguss mit heißem Wasser: Dafür einen Eßlöffel in einer Tasse mit heißem Wasser aufgießen, eventuell noch etwas frisch gepresste Zitrone oder eine Orange dazugeben!

Pechsalbe

Zu meinen allerliebsten Salben gehört die Pechsalbe. Hergestellt aus Fichtenharz (= Pech), Bienenwachs und Olivenöl, lässt sie sich sehr einfach herstellen. Neben der Ringelblumensalbe ist sie ein wichtiger Bestandteil in meiner Hausapotheke. Ich verwende sie sowohl zur Wundheilung und bei kleineren Hautirritationen, ebenso bei Gelenksentzündungen, muskulären Verspannungen oder kalten Füßen: Die leicht wärmende Wirkung ist überaus wohltuend.

Sogar als kosmetisches Mittel ist die Pechsalbe wunderbar: Rechtzeitig für die Flip-Flop Saison sorgt sie bei starker Hornhautbildung (Schrunden) für glatte Fersen: Nichts hilft hier besser als eine über Nacht aufgetragene Pechsalbe (am besten in Kombination mit Socken). Das wirkt wahre Wunder!

Übrigens: Das Sammeln des Fichtenharzes ist an keine Jahreszeit gebunden, nur bitte daran denken, dass man ausschließlich das Harz alter und bereits verheilter Baumwunden nimmt! Immer mit Bedacht von der Natur nehmen.

Pechsalbe

Zur Herstellung der Pechsalbe brauchst du:

  • 100 Gramm Olivenöl (kann zum Beispiel auch ein Auszugsöl mit Ringelblume oder Johanniskraut sein)
  • 20 Gramm Bienenwachs (Bio)
  • 30 Gramm Fichtenharz
  • ätherische Öle (optional): z.B. Fichte, Tanne, Latschenkiefer
  • hitzebeständiges Glasgefäß
  • Salbentigel

Zubereitung:
Das Olivenöl mit dem Harz im Wasserbad erwärmen und schmelzen lassen. Besonders kräftig wird die Salbe, wenn man diesen Vorgang mehrmals wiederholt. Also das Gemisch zwischendurch auskühlen lässt und dann nochmals erwärmt. Danach das Harz abseihen und das Gemisch nun mit dem Bienenwachs erwärmen, bis dieses geschmolzen ist. Wer möchte, kann nun noch einige Tropfen ätherisches Öl hinzufügen: Besonders gut eignen sich Fichtenöl, Tannenöl oder Latschenkieferöl. Anschließend in saubere, möglichst sterile Salbentigel abfüllen und mit offenem Deckel aushärten lassen.

 

2 Replies to “Heilsames aus Fichte (Picea abies)”

  1. Liebe Frau Vötter,
    vielen Dank für das Pechsalbenrezept. Ich arbeite mich erst ein in die ganze (spannende) Thematik der Heilkräuterverwendung und der Salbenherstellung, da sind solche Rezepte eine große Hilfe!
    Nur eine Frage: Sie schreiben ausdrücklich, dass Sie die Salbe auch auf offenen Wunden anwenden. Sind da nur kleine oberflächliche Schrunden gemeint? Ich habe einiges an Harz gesammelt und es hat doch immer mal wieder Verunreinigungen, da frage ich mich, ob neben dem, was ich absieben kann eine Gefahr besteht, dass ich über die Salbe Keime (Erdsporen…) in eine Wunde bringen könnte?
    Auf jeden Fall werde ich sie aber für die anderen Anwendungen ausprobieren – freue mich schon darauf.
    Im Voraus vielen Dank,
    J. Schulte

    1. Liebe Frau Schulte, es freut mich wenn Sie mein Rezept ausprobieren. Ich habe Wundheilung geschrieben, bitte nicht auf offene Wunden geben, dann müsste es ein gereinigtes Pech sein. Gemeint sind kleine Schürfwunden, oder Wunden wo sich schon eine Kruste gebildet hat. Hygiene steht beim Salbenrühren an 1. Stelle. Natürlich muss man bereits beim Harzsammeln darauf achten, dass kein Schmutz, bzw. nur ganz wenig am Pech ist. Dieses wird dann mit Olivenöl (nehme ich immer) langsam ausgezogen, immer wieder mal mit einem Holzstäbchen umrühren, damit sich das Pech im Öl lösen kann. Danach stehen lassen, dass sich die festen Stoffe am Boden ansammeln können. Das obere Öl durch ein feines Tuch abseihen. Ich verwende ein Stück von einer sauberen Feinstrumpfhose die ich über das Glas spülpe und mit einem Gummiband befestige. Nur das klare Öl verwenden! Harz wirkt antipakteriell, keimtötend und entzündungshemmend. Den Rest also die festen Stoffe können Sie auf einem alten Blechdeckel oder ähnlichem gut trocknen und beim Räuchern statt Weihrauch verwenden, da macht es nichts aus wenn andere Teile wie Rinde, Holz oder Nadeln dabei sind. Viel Spaß beim Salbenrühren, herzlichst Ihre Margaretha Vötter

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